Zielbild Marine 2035+

Künftige Struktur der Flotte


Ostsee im Zielbild als klarer Schwerpunkt

Auch wenn Nordatlantik und Nordsee ebenfalls aufgeführt werden, kristallisiert sich die Ostsee im Zielbild als klarer Schwerpunkt heraus. Die Fähigkeit zu „Abschreckung und Verteidigung“ hänge primär von der „Verfügbarkeit von Kräften und Mitteln in ausreichendem Umfang“ ab, was heiße: „Quantität hat eine eigene Qualität“. Dies alles erfordere ein „umfassen- des Fähigkeitsprofil“, das im dann auch mit konkreten Zahlen unterlegt wird.

Die wichtigsten Schiffseinheiten mitsamt Zielgrößen des Zielbilds wurden beim Fachportal Europäische Sicherheit & Technik (6.3.2023) folgendermaßen zusammengefasst: „Die Deutsche Marine geht in denJahren nach 2035 offenbar einer Zielstruktur von 15 Fregatten, 6 bis 9 Korvetten, 6 bis 9 U-Booten, acht Seefernaufklärern, drei Flottendienstbooten, drei Flottentankern und sechs Unterstützungsplattformen entgegen. Bis zu 12 Minenabwehrplattformen sind als Nachfolge des Typs 332 vorgesehen.“

Unbemannte KI-Plattformen

Bemerkenswert ist dabei zunächst einmal, dass ganz den Anforderungen der MDO-Einsatzdoktrin entsprechend, fast alle Schiffstypen durch unbemannte KI-Plattformen „ergänzt“ werden sollen – allerdings fehlen hier noch viele Details: Den Minenabwehrplattformen soll etwas namens „Unmanned MCM System bzw. Minenkampf-Toolbox“ beiseite gestellt werden, die Zahl sei aber „noch festzulegen“. Sechs „Unmanned Aerial Systems“ sind für die Poseidon-Seefernaufklärer vorgesehen und die 212CD-U-Boote sollen durch „bis zu 6“ „Large Unmanned Underwater Vehicle“ ergänzt werden.

Quelle:https://www.imi-online.de/download/Ausdruck114-JW-Marine.pdf


Während sich bereits über diese erst noch anzuschaffenden Systeme wenig finden lässt, dünnt der Informationsfluss bei den als „Future Combat Surface System“ bezeichneten Einheiten gänzlich aus. Von ihnen sollen 18 Stück die Korvetten K130 – mittelgroße, wendige Schiffe, die für die „Randmeerkriegführung“ in der Ostsee besonders „geeignet“ sind – unterstützen, ohne dass auch militärnahe Expert:innen davon bislang größer etwas gehört hätten.Die Europäische Sicherheit & Technik (6.3.2023) spekuliert: „Zu ihrer [der Korvetten] Ergänzung sollen bis zu 18 Future Combat Surface Systeme (FCCS) eingeführt werden. Der Begriff wurde im vor [sic!] der Jahrtausendwende für eine neue Fregattengeneration der Royal Navy eingeführt.

Im aktuellen Dokument wird zu ihnen nichts ausgeführt. Als schwer entdeckbare, flexibel einsetzbare Plattformen, die mit geringem Personalansatz und auch unbemannt zu betreiben sind, könnten sie zur Überwasserseekriegführung wie auch zur Wirkung an Land zur Verfügung stehen.“

Updated on 20. November 2025