Von den 78,5 Gigawatt der globalen Offshore-Windenergie-Gesamtkapazität entfielen Ende 2024 auf China allein 37,2.
Mit weitem Abstand folgten Großbritannien, Deutschland und die Niederlande.
Auch im Turbinengeschäft spielen chinesische Hersteller eine wachsende Rolle. Siemens Gamesa, Vestas und GE Vernova sehen sich starker Konkurrenz gegenüber. Für Aufsehen in der Branche sorgte zuletzt die Investmentgesellschaft Luxcara, einer der Sieger der jüngsten Offshore-Wind-Auktionen, die den chinesischen Turbinenlieferanten Mingyang für ihr Projekt Waterkant in der Nordsee engagiert hat.

Einige Infos aus der deutschen Windbranche (Quelle Branchenanalyse Windindustrie)
Eine starke Windindustrie in Deutschland ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende und die Erreichung der Klimaziele. Die Branche hat in den letzten Jahren viele Beschäftigte und damit Know-how verloren und befindet sich in einer Umbruch-phase.
aktualisiert 2025 Zahlen, Charts & Grafiken zur Windenergie
Windenergie in Deutschland, die wichtigsten Zahlen
- 30.243 Windkraftanlagen installiert in Deutschland [1.1.2025]
- 69.475 Megawatt installierte Gesamtleistung Windenergie in Deutschland [kumuliert, 1.1.2025]
- 3.290 Megawatt neu installierte Leistung 2024 [Netto] = 772 Windräder
- 136,4 Mrd. kWh produzierter Windstrom 2024
- 33 Prozent Anteil am deutschen Strommix 2024
- 105,7 Mio. Tonnen Einsparung des Klimagases CO₂ im Jahr 2024
- 7,4 Mrd. Euro Investitionen in neue Windenergieprojekte 2023
- 124.200 Arbeitsplätze in der Windergie an Land und auf See in 2022
Datenquellen: Bundesverband WindEnergie e.V., Dt.WindGuard, BMWK, Fraunhofer ISE, ZSW, AEE, EWEA, GWEC, Umweltbundesamt,WindEurope

Der Zubau kommt wieder in Schwung
An Land wurden im Jahr 2023 insgesamt 745 neue Windenergieanlagen [WEA] mit einer Leistung von 3.567 Megawatt [MW] neu installiert und an das deutsche Stromnetz angeschlossen. Auf See wurden 27 neue Anlagen mit einer Leistung 257 MW in Betrieb genommen und 74 Fundamente installiert. 222 Bestandsanlagen erhielten ein Leistungsupgrade, wodurch sich die insgesamt installierte Leistung um 72 MW erhöhte [Netto]. Gemeinsam wurden an Land und auf See im vergangenen Jahr 772 Windräder mit einer Leistung von 3.824 MW an das deutsche Stromnetz angeschlossen. Der dem Jahr 2023 zugerechnete Gesamtzubau liegt 33 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Die von der WindGuard ermittelten Zahlen berücksichtigen auch die 225 an Land installierten Repowering-Anlagen mit einer Leistung von 1.076 MW. [Eine Repowering-Anlage ist ein Windrad, für dessen Errichtung ein altes in Landkreisnähe abgebaut wurde.]



Die Windbranche hat zwischen 2016 bis 2019 rund 40.000 Arbeitsplätze verloren.
Trotz der Bekenntnisse zur alternativen Stromerzeugung hat die Windbranche zwischen 2016 bis 2019 rund 40.000 Arbeitsplätze verloren. Viele Firmen wie Power Blades, Senvion, Weser Wind und Carbon Rotec sind geschlossen worden und damit sind Arbeitsplätze und Fachleute verlorengegang. Nordex in Rostock hat seine Fertigung von Rotorblätter geschlossen. Fachkräfte werden zur Zeit angeblich händeringend gesucht, um den geplanten Ausbau der Windkraft in Deutschland zu realisieren. Aufgrund der Entlassungen ist kaum noch Nachwuchs an der Branche interessiert.
Die folgende Abbildung zeigt Firmenschließungen und Verlust von Arbeitsplätzen (Quelle Branchenanalyse Windindustrie)

Konverterplattformen und Errichterschiffe
Zwischen 2010 und 2017 haben die Nordic Yards, der Vorgänger der heutigen MV Werften-Gruppe, insgesamt vier Konverterplattformen für Offshore-Windparks gebaut hat, davon drei für Siemens Energy und eine für Alstom Grid. Der damalige alleinige Eigentümer und Geschäftsführer von Nordic
Yards, Witali Jussufow, hat die Entscheidung gefällt, in das Offshore-Segment einzusteigen.
Rund 1.200 Mitarbeiter*innen haben damals überwiegend an den Standorten in Rostock und Wismar an den Konverterplattformen gearbeitet, deren Planung, Konstruktion und Fertigung die Werften über Jahre hinweg gut ausgelastet und den Fortbestand der Standorte über Jahre hinweg auch finanziell abgesichert hat. Damals gab es Planungen, zusätzlich auch noch in den Markt für den Bau der parkinternen Umspannwerke einsteigen. Nach der Übernahme von Nordic Yards durch die Genting-Gruppe erfolgte im Jahr 2016 allerdings eine erneute Fokussierung auf den Schiffbau, genauer gesagt auf den Kreuzfahrtschiffbau. Seitdem werden in Deutschland keine Konverterplattformen mehr gefertigt.

Folgende Abbildung: Die Konverterstationen LanWin1 und LanWin3 von Amprion Offshore haben eine Nennleistung von 2 GW (Quelle Amprion)
Als Faustformel galt: pro Gigawatt Offshore-Leistung wird eine Plattform benötigt. Aktuell stehen in Nord- und Ostsee Windparks mit einer Gesamtleistung von knapp acht Gigawatt. Bis zum Jahr 2030 sollen dort insgesamt 30 Gigawatt installiert sein. Die Differenz von 22 GW würden weitere 22 Konverterplattformen bedeuten. Wenn man davon ausgeht, dass die Leistung der Konverterplattformen gesteigert wird, obige Plattformen LanWin1 und LanWin3 haben eine Nennleistung von 2 GW, ist mit weiteren 11 neuen Plattformen zu rechnen. Auch die Zahl der Errichterschiffe mit hohen Krankapazitäten wird sich deutlich erhöhen.
Windkraft an Land
Im Jahr 2021 wurden insgesamt 1.925 Megawatt Leistung neu installiert; dies entspricht rund einem Drittel der noch im Jahr 2017 installierten Leistung. Die installierte Gesamtleistung aus Onshore-Windenergie betrug im Jahr 2021 rund 56.000 Megawatt. Im Osterpaket 2022 hat die Bundesregierung ihre Ausbauziele nochmals deutlich erhöht: Demnach sollen die Ausbauraten auf ein Niveau von 10 Gigawatt pro Jahr gesteigert werden, sodass im Jahr 2030 Windenergieanlagen an Land im Umfang von insgesamt rund 115 Gigawatt in Deutschland installiert sein sollen.
