Autor: Papa

  • Versuchsaufsatz

    Versuchsaufsatz:

    Hallo Iris, hier ist ein Beispiel, wo ich beide Möglichkeiten ausprobiert habe. Dabei Habe ich festgestellt, dass mit Speichern der Aufsatz in der Form dargestellt wird wie er später auch sichtbar ist. Wenn ich dann das Quadrat mit dem Pfeil (erste Symbol) anklicke, erscheint der Aufsatz in anderer Form und der Text neben den Bildern verschwindet.

    Karl-Heinz Hochhaus

    Dieser Beitrag wurde 2006 in der Deutschen Verkehrszeitung veröffentlicht

    Bild 1: Der Welthandel von Kühlgütern betrug 2005 rund 265 Mio. t und teilt sich in 7 Gruppen auf, in Fleisch,  Fisch, Bananen, Saisonfrüchten, Molkereiprodukten, Gemüse und andere Kühlgüter (Datenquelle FAO).

    1. Einführung

    Der Transport von Kühlladung über See ist 2002 auf insgesamt 63 Mio. t gewachsen. Der Transport von rund 70 Mio. t Kühlgüter wurde 2005 etwa zu je 50 % von Kühl- und Containerschiffen durchgeführt, obwohl letztere mit 816 Mio. cbft im Vergleich zu den Kühlschiffen mit 336 Mio. cbft mehr als das Doppelte an Kühlkapazität haben. Anfang 2006 wurden die EU-Handelsbeschränkungen für Bananen aufgehoben und in ein reines Zollsystem überführt.                         
    Die Kühlcontainer haben seit ihrer Einführung vor rund 50 Jahren die Kühlräume der Linien-Frachter ersetzt und seit dem Bananenkrieg zwischen der EU und der USA 1993 wird auch die Konkurrenz mit den Kühlschiffen immer deutlicher wahrgenommen. Seit 1966 wurden mehrere Innovationsschritte in der Kälte- und Automationstechnik absolviert, die vom isolierten Container (Porthole-Container) ohne eigenes Kälteaggregat bis zum heutigen automatischen Integral-Container geführt haben.
    Damit wurde der 2005 abgeschlossene Übergang der Nord-Süd-Fahrtgebiete vom Porthole- zum Integralcontainer möglich, der jedoch durch einen erhöhten Energieverbrauch und aufwendige Überwachung erkauft wird. Der Kühlcontainer beinhaltet den Vorteil einer geschlossenen Kühlkette und ermöglicht den preiswerten Transport und Verteilung kleiner Mengen an Kühlladung im intermodalen Verkehr. Die in einigen Containern realisierte MA- und CA-Technologie hat den Wettbewerb zur Luftfracht bei sensiblen Früchten belebt.

    Bild 2: Kühlcontainerkapazität von Containerschiffen verschiedener Größenklassen


    2. Kühlladung

    Der Welthandel von Kühlgütern hat sich von 204 (1995) auf 247 Mio. t (2002) gesteigert, der Transport von Kühlladung über See hat sich im gleichen Zeitraum um 32 % erhöht und ist 2002 auf insgesamt 63 Mio. t gewachsen. Fleisch lag mit 16,9 Mio. t vorn, gefolgt von Fisch (13,9 Mio. t), Bananen (12,7 Mio. t), Saisonfrüchten (7,3 Mio. t), Zitrus (6,9 Mio. t), exotischen Früch-ten (3,7 Mio. t) und Molkereiprodukten (1,9 Mio. t). Ostasien ist vor den USA mit 29,5 % der wichtigste Markt. Das Wachstum hat auch von 2003 bis 2005 in etwa gleicher Größenordnung angehalten und wird weitgehend von der gestiegenen Nachfrage in Russland und Ostasien getra-gen. Anfang 2006 wurden die EU-Handelsbeschränkungen für Bananen aufgehoben und in ein reines Zollsystem überführt. Die daraufhin gefallenen Preise haben den Bedarf nach Kühlraum erhöht und können aufgrund von Engpässen bei Kühlschiffen für steigende Raten sorgen, da Bananen als typische Ladung für Kühlschiffe schon bisher für 30 bis 40 % der Beschäftigung  sorgen.

    Das Wachstum hat auch von 2003 bis 2005 in etwa gleicher Größenordnung angehalten und wird weitgehend von der gestiegenen Nachfrage in Russland und Ostasien getra-gen. Anfang 2006 wurden die EU-Handelsbeschränkungen für Bananen aufgehoben und in ein reines Zollsystem überführt. Die daraufhin gefallenen Preise haben den Bedarf nach Kühlraum erhöht und können aufgrund von Engpässen bei Kühlschiffen für steigende Raten sorgen, da Bananen als typische Ladung für Kühlschiffe schon bisher für 30 bis 40 % der Beschäftigung  sorgen.Der Transport von rund 70 Mio. t Kühlgüter wurde 2005 etwa zu je 50 % von Kühl- und Containerschiffen durchgeführt, obwohl letztere mit 816 Mio. cbft im Vergleich zu den Kühl-schiffen mit 336 Mio. cbft mehr als das Doppelte an Kühlkapazität haben. Bezogen auf die Kühlkapazität der Kühlcontainer mit rund 1,2 Milliarden cbft wird das Verhältnis noch schlech-ter, denn jeder Kühlcontainer wird im Mittel nur zwei- bis dreimal pro Jahr genutzt.


    Der Transport von rund 70 Mio. t Kühlgüter wurde 2005 etwa zu je 50 % von Kühl- und Containerschiffen durchgeführt, obwohl letztere mit 816 Mio. cbft im Vergleich zu den Kühl-schiffen mit 336 Mio. cbft mehr als das Doppelte an Kühlkapazität haben. Bezogen auf die Kühlkapazität der Kühlcontainer mit rund 1,2 Milliarden cbft wird das Verhältnis noch schlech-ter, denn jeder Kühlcontainer wird im Mittel nur zwei- bis dreimal pro Jahr genutzt.


    3. Kühlcontainer

    Derzeit sind rund 1,25 Mio. TEU Kühlcontainer im Markt, etwa 900.000 TEU gehören den Reedereien, Maersk Line besitzt mit rund 300.000 TEU mit Abstand den größten Anteil. Die Fertigung stieg in der Vergangenheit jährlich um rund 10 % und lag 2005 bei rund 90.000 Ein-heiten (ca. 170.000 TEU). Nach Aussagen von Fachleuten werden 2006 erstmals weniger Kühl-container als im Vorjahr hergestellt. Die heutige globale Produktion der Kühlcontainer erfolgt zu etwa 80 % in China, China International Marine Containers (CIMC) und  Maersk Container Industries (MCI) sind die bedeutendsten Hersteller von Kühlcontainern. MCI, die neben China auch in Dänemark fertigen, verlagern die dänische Produktion Anfang 2007 ebenfalls nach China.


    Es wurden erhebliche F- und E-Arbeiten durchgeführt, damit die Haltbarkeit, das Leerge-wicht, die Isolierung und die Dichtigkeit den hohen Anforderungen des Seetransports, des Ha-fenumschlags und des Straßen- und Bahntransports entsprechen. Gefordert werden in der Norm ISO 1496  z. B. das max. Stapelgewicht von 96 t, die Wärmedurchgangsrate von 51 W/K und das max. Einzelgewicht pro Container von 30,4 t. Zur Kälteerzeugung haben sich Kolbenverdichter bewährt, sie werden jedoch zunehmend von den kostengünstigeren Spiralverdichter (Scroll) verdrängt. Als Vorteile der innovativen Scroll-Verdichter gelten besonders das niedrigere Ge-wicht und das geringere Geräuschniveau. Weitere Optimierungen und Anpassungen sind jedoch notwendig, um den E-Verbrauch der Kühlcontainer und der Laderaumlüftung zu senken.

    Bild 5: Ein Kühlcontainer mit Fruchtladung auf Paletten wird entladen (Foto Dr. Hochhaus)


    4. MA-CA-Technologie


    Die aus der Langzeit-Fruchtlagerung bekannte Technologie der „Kontrollierten Atmosphäre“ (MA/CA auch) wurde ab Mitte der 90ger Jahre in die Transporttechnik übernommen. Dabei wird nicht nur die Temperatur sondern zusätzlich der Sauerstoffgehalt der Laderäume auf niedrige Werte von 2 – 5 % abgesenkt, zuerst auf Kühlschiffen und bald darauf im Kühlcontainer. Damit wird der Stoffwechsel der Früchte reduziert, dies ist beim Transport der klimakteri-schen Früchte wie z. B. Bananen von großem Vorteil.


    Die technologisch einfache Methode der Selbstveratmung wurde z. Bsp. als „Automated Fresh Air Management“ (AFAM-System) von THERMO KING (USA) in den Markt eingeführt. Je nach Dichtigkeit der Container, Art, Zustand und Anfangstemperatur der Früchte kann die Sauerstoffreduzierung nach 2 bis 3 Tagen abgeschlossen sein (MA).
    Im Gegensatz dazu steht das „Tectrol“-System der Firma TRANSFRESH (USA), das die Luft im Container nach der Beladung mit einer Gasmischung ausspült und ersetzt. Der CO2-Gehalt wird durch einen CO2 –Scrubber reduziert. Dies System benötigt eine externe Logistik bzw. Niederlassungen in den Ladehäfen und ist daher nur eingeschränkt verfügbar. Technologisch anspruchsvoller waren das „Cargofresh“-System der Firma CARGOFRESH (Deutschland) und die MA/CA-Systeme „Autofresh“ und „Everfresh“ von CARRIER (USA), die mit im Kühlcontainer integrierten Stickstofferzeugern arbeiten. Hier wird der im Container- Innenraum befindliche Luftsauerstoff und die Atmungsprodukte der Früchte wie Kohlendioxyd und Ethylen durch den Stickstoff verdrängt und eine modifizierte bzw. kontrollierte Atmosphäre ermöglicht.

    5. Erläuterungen

    5.1 Integral-Container

    Isolierter Container mit integrierter vollautomatischer Kälteanlage, die elektrisch angetrieben wird. Der Anschluss erfolgt an das elektrische Netz des Schiffes oder des Hafens, auf dem Schiff stehen die Integral-Container überwiegend an Deck.

    5.2 Porthole-Container

    Isolierter Kühlcontainer, der an einer Stirnseite zwei Öffnungen zum Andocken an einen Kühlluftkanal besitzt. Der schiffsfeste Kühlluftkanal befindet sich im Laderaum und ist in einen Zu- und einen Abluftkanal unterteilt. Die Kälteanlage befindet sich im Gegensatz zum Integralcontainer im Schiff.

    Bild 2: Kühlcontainerkapazität von Containerschiffen verschiedener Größenklassen

    Abkürzungen

    BRT          = Bruttoregistertonnen

    TEU         = Twenty Foot Equivalent Unit (20 Fuß Containereinheit)

    R-TEU     = Reefer TEU (20 Fuß Kühlcontainereinheit)

  • Der Energiebedarf in Deutschland

     Für 2050 wurden in folgender Studie der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages der voraussichtliche Energieverbrauch betrachtet.

    Zukünftig soll die Energie in Form von Wasserstoff und Strom vorliegen.

    Der Energiebedarf in Deutschland für 2021 ist im folgenden Bild dargestellt und weist einen Primärenergieverbrauch von rund 12440 PJ und 1988 PJ  Energie zum Stromverbrauch aus.

    1 PJ sind 1 PWs oder auch PWh/3600 oder auch TWh/3,6

     Also entspricht der Primärenergieverbrauch von 12440 PJ = 3455 TWh

    und

    die Stromerzeugung 1988 PJ = 552 TWh

    Vor dem Hintergrund des erwarteten Markthochlaufs von Wasserstoff werden die Wissenschaftlichen Dienste nach dem zukünftigen Wasserstoffbedarf Deutschlands gefragt.

    Studie Wasserstoffbedarf
    Aktenzeichen: WD 5 – 3000 – 024/22
    Abschluss der Arbeit: 02.03.2022
    Fachbereich: WD 5: Wirtschaft und Verkehr, Ernährung und Landwirtschaft

    Einleitung

    Zahlreiche Stimmen aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik, einschließlich der Bundesregie-
    rung1 und der Europäischen Kommission2, erachten den Einsatz von Wasserstoff (H2) als Schlüs-
    seltechnologie für die Energiewende und den Klimaschutz. Voraussetzung ist, dass der Wasser-
    stoff ausschließlich mithilfe Erneuerbarer Energien gewonnen wird und damit „grün“ ist.

     Klimafreundlich hergestellter (grüner) Wasserstoff und dessen Folgeprodukte, wie Methanol, Ammoniak und synthetische Kraftstoffe für Flugzeuge, Schiffe oder Lkw sollen dazu beitragen, die CO2-Emissionen bestimmter Industriezweige und des Energiebereichs bei einem voraussichtlich steigenden
    Energiebedarf zu senken. Daneben soll Wasserstoff bei der Speicherung und dem Transport rege-
    nerativer volatiler Energien, insbesondere Wind, Sonne und Biomasse, an Bedeutung gewinnen.

     
    Vor dem Hintergrund des erwarteten Markthochlaufs von Wasserstoff werden die Wissenschaftli-
    chen Dienste nach dem zukünftigen Wasserstoffbedarf Deutschlands gefragt.

    Wie hoch der Bedarf an Wasserstoff für den Einsatz im industriellen Bereich sowie im Energie-
    system zukünftig tatsächlich sein wird, wird je nach Einschätzung des Markthochlaufs, der ein-
    bezogenen Sektoren und weiterer Faktoren unterschiedlich bewertet.

     Nationale Wasserstoffstrategie
    2020 entschied die frühere Bundesregierung die Entwicklung von Wasserstofftechnologien und
    den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie ver-
    stärkt zu fördern. Zu diesem Zeitpunkt lag der Verbrauch bei rund 55 bis 60 TWh im Jahr.
    Die Nationale Wasserstoffstrategie geht bis 2030 von einem Wasserstoffbedarf von ca. 90 bis 110
    TWh im Jahr aus. Den gesteigerten Bedarf begründet sie mit Transformationsprozessen in der In-
    dustrie und möglichen weiteren Anwendungsfeldern etwa im Verkehrsbereich.

     Die Nationale Wasserstoffstrategie erwartet einen  Verbrauch von strombasierten Energieträgern für 2050  in Größenordnungen zwischen 110 TWh bis 380 TWh im Jahr. Hieraus schließt die Strategie auf einen erheblich steigenden Wasserstoffbedarf. Explizit erwähnt wird die Umstellung
    der deutschen Stahlproduktion auf eine treibhausgasneutrale Produktion bis 2050, die einen jähr-
    lichen Wasserstoffbedarf von 80 TWh verursache.

     Daneben erfordere die Umstellung der deutschen Raffinerie- und Ammoniakproduktion auf Wasserstoff einen zusätzlichen jährlichen Bedarf in Höhe von 22 TWh Wasserstoff. Zur Höhe des Wasserstoffbedarfs für

    2050 enthält die Strategie außer der Schätzung zwischen 110 TWh bis 380 TWh im Jahr keine konkrete Aussage.

    Ergebnisse der untersuchten Studien

    Die untersuchten Studien unterscheiden sich laut Metastudie auch bei der Sektorenverteilung
    der potentiellen Bedarfe erheblich:


    – Für den Verkehrsbereich wird 2030 zunächst ein geringer Bedarf gesehen, der 2050 auf
    150 bis 300 TWh jährlich springt.


    – Der internationale Flug- und Schiffsverkehr hat einen erheblichen Bedarf, der sich bei
    Syntheseprodukten zusammen mit biogenen Kraftstoffen 2050 bei 140 bis 200 TWh jähr-
    lich bewegt.


    – Auch der Bedarf in der Industrie wird als hoch eingeschätzt. Er kann sich 2050 auf bis zu
    500 TWh jährlich belaufen, wobei hier Wasserstoff, Syntheseprodukte und biogene Brenn-
    stoffe enthalten sind, und bereits 2030 bei 50 TWh jährlich liegen.


    – Für die Gebäudewärme ermangelt es eindeutiger Ergebnisse, teilweise wird 2050 ein mög-
    licher Bedarf von bis zu 200 TWh jährlich für die Summe aus Wasserstoff, Synthesepro-
    dukten und biogenen Brennstoffen gesehen.

    – Auch im Umwandlungssektor, also bei der Strom- und Wärmeerzeugung sowie bei Raffi-
    nerien prognostizieren die Studien eine erstarkende Nachfrage nach 2030. Diese kann
    2050 zwischen 50 und 150 TWh jährlich liegen.

     Werden die einzelnen Sektoren addiert, ergeben sich

    für 2050 insgesamt 690 – 1350 TWh/a

       Der Primärenergieverbrauch 2021 betrug 12440 PJ = 3455 TWh und

    die Stromerzeugung 2021 betrug PJ = 552 TWh

    Nachfrage nach Wasserstoff laut verschiedener Studien (aus Kopernikus Projekt Ariadne, Kurzdossier Wasserstoff, Stand: November 2021, Abbildung 3: Bandbreiten der
    Nutzung von Wasserstoff (Quelle https://ariadneprojekt.de/media/2021/11/Ariadne_Kurzdossier_Wasserstoff_November2021.pdf)

    (Die Nationale Wasserstoffstrategie definiert in 2030 erforderliche Menge an grünem Wasserstoff nur indirekt und mit großem Spielraum. Neben den anvisierten 14 TWh Wasserstoff aus heimischer Elektrolyse wird der geplante Wasserstoffeinsatz mit 90-110 TWh angegeben, was allerdings die ca. 55 TWh in bestehenden Anwendungen einschließt, die derzeit grauen Wasserstoff nutzen)

    Weitere Prognosen für 2050


    Da die in der Metastudie Wasserstoff berücksichtigten Studien für das Jahr 2050 in einer vergleichsweise breiten Bedarfsspanne liegen, werden im Folgenden weitere Untersuchungen des
    Wasserstoffbedarfs für Deutschland für das Jahr 2050 vorgestellt, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.


    – Enervis geht in der Studie „Wasserstoffbasierte Industrie in Deutschland und Europa“
    von einem Wasserstoffbedarf für Deutschland von 110 TWh im Jahr 2030, 260 TWh im Jahr 2040 und 450 TWh im Jahr 2050 aus. (Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE, Wasserstoffbasierte Industrie in Deutschland und Europa, Stand: März 2021, S. 5.)

     Die dieser Studie zugrunde gelegten Annahmen orientieren sich an der Studie „Hydrogen Roadmap“ des Europe Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU).(Lit. 30)


    – Ein von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW)
    koordiniertes Forschungskonsortium kommt in der Studie „Eine Wasserstoff-Roadmap
    für Deutschland“ je nach Szenario (85, 90 oder 95-%-CO2-Reduktionsziel) für alle Sekto-
    ren auf einen Wasserstoffbedarf jedenfalls von 403 TWh im Jahr; je nach Szenario konkret
    403, 522, 433 TWh im Jahr. (NOW, Rechtliche Rahmenbedingungen für ein integriertes Energiekonzept 2050 und die Einbindung von EE-Kraftstoffen, 2018.)


    – Eine Studie von Strategy&, der Strategieberatung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
    PwC, betrachtet den globalen Wasserstoffbedarf. Ausgehend von 2019 bis 2040 kommen
    die Gutachter zu einer annähernden Verdopplung und bis 2070 zu einer Versiebenfa-
    chung des globalen Wasserstoffbedarfs.(Strategy&, Laying the foundations of a low carbon hydrogen market in Europe, Hydrogen as the cornerstone of energy transition, 2021; vgl. auch Handelsblatt, 16.02.2022, Energie, Wasserstoffbedarf könnte sich bis 2070 versiebenfachen.)

    Für Deutschland hieße dies ausgehend von rund 55 bis 60 TWh im Jahr 2020, dass der Wasserstoffbedarf bis 2040 auf 110 bis 120 TWh im Jahr steigt und bis 2070 ein Wasserstoffbedarf von 385-420 TWh im Jahr entsteht.


    – Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) kommt in seinem Umsetzungsvor-
    schlag für den Umbau zu einem klimaneutralen Industrieland im Zielszenario im Jahr
    2045 zu einem Wasserstoffbedarf von 237 TWh. Auch hier kommt ein erheblicher zusätz-
    licher Bedarf von aus Wasserstoff gewonnenen synthetischen Kraftstoffen von 305 TWh/a
    hinzu.

    Nach Auswertung der Wasserstoff-Metastudie steigt die Bandbreite des Bedarfs an Wasserstoff- und Syntheseprodukten im Jahr 2050 auf 400 bis knapp 800 TWh. Das entspricht 12-24 Mio t Wasserstoff mit Wirkungsgrad =100%.

    Zum Vergleich der Größenordnungen

    Im Jahr 2022 wurden in Deutschland insgesam 577 TWh Strom erzeugt, die Erneuerbaren Energien hatten einen Anteil von 44 Prozent (also 254 TWh) an der Stromerzeugung, daraus könnte man rund 8 Mio t Wasserstoff produzieren.

    Der gesamte deutsche Primärenergieverbrauch 2021 betrug 12440 PJ = 3455 TWh oder 105 Mio t Wasserstoff ohne Wirkungsgrad der Elektrolyseure bzw. 84 Mio t mit einem Wirkungsgrad von 0,8.

     .

    Zusammenfassung
    Da die Wasserstoffwirtschaft vor dem Markthochlauf steht, sind Einschätzungen zum zukünftigen Bedarf von Wasserstoff mit besonderen Unwägbarkeiten verbunden. Gleichwohl prognostizieren soweit ersichtlich Studien unter Zugrundelegung einer anhaltenden Entwicklung zur Dekarbonisierung und Elektrifizierung mehrheitlich, dass der Wasserstoffbedarf Deutschlands einschließlich der durch Wasserstoff produzierten Folgeprodukte im Vergleich zum jetzigen Verbrauch bis 2030 moderat und ab 2030 bis 2050 stark zunehmen wird.


    Im Hinblick auf die Höhe des für 2050 prognostizierten Wasserstoffbedarfs einschließlich der Folgeprodukte werden – ausgehend von einem weitgehend als gesichert erachteten steigenden Bedarf – in den hier berücksichtigten Studien verschiedene Größenordnungen vertreten.


    Diese bewegen sich innerhalb einer vergleichsweise großen Bandbreite zwischen 400 bis etwas
    über 800 TWh im Jahr 2045 oder aber auf niedrigerem Niveau, etwa in Höhe von 169 bis 449 TWh
    jährlich.46 Allerdings wurde hier jedenfalls teilweise nur Wasserstoff ohne Folgeprodukte berück-
    sichtigt, so dass die Ergebnisse bedingt vergleichbar sind.


    Eine fehlende Vergleichbarkeit der Studienergebnisse ergibt sich auch dadurch, dass Studien
    von unterschiedlichen Grundannahmen ausgehen. Als Voraussetzung eines steigenden Bedarfs
    an Wasserstoff und Syntheseprodukten schlechthin werden zwar soweit ersichtlich durchgängig
    Treibhausgasminderungszielen von mehr als 80 % angenommen. Hiervon ausgehend treffen die
    Studien allerdings mitunter unterschiedliche sozioökonomische und technologiespezifische
    Grundannahmen bzw. modellieren unterschiedliche Szenarien. Dies umfasst auch die Frage, wel-
    che Nachfragesektoren bei der Bedarfsanalyse einbezogen werden. Die eingeschränkte Vergleich-
    barkeit trägt in Verbindung mit der eingangs erwähnten dynamischen Entwicklung im Bereich
    der Wasserstoffwirtschaft dazu bei, dass der zukünftige Bedarf schwer prognostizierbar ist.

    Folgende Abbildung: Grüne Wasserstoffgestehungskosten in €/MWhH2 aus (Lit. 29)

    Literatur Wissenschaftliche Dienste Ausarbeitung WD 5 – 3000 – 024/22

    29 Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE, Wasserstoffbasierte Industrie in Deutschland und Europa, Stand: März
    2021, S. 5.
    30 Fuel Cells and Hydrogen 2 Joint Undertaking, Hydrogen Roadmap Europe, 2019.
    31 NOW, Rechtliche Rahmenbedingungen für ein integriertes Energiekonzept 2050 und die Einbindung von EE-
    Kraftstoffen, 2018.
    32 Strategy&, Laying the foundations of a low carbon hydrogen market in Europe, Hydrogen as the cornerstone of
    energy transition, 2021; vgl. auch Handelsblatt, 16.02.2022, Energie, Wasserstoffbedarf könnte sich bis 2070 ver-
    siebenfachen.
    33 Boston Consulting Group (BCG), Klimapfade 2.0 – Ein Wirtschaftsprogramm für Klima und Zukunft, Gutachten
    für den BDI, Stand: Oktober 2021, S. 8 geht von 305 TWh aus.
    34 Das Ariadne-Konsortium wertete hierfür fünf Szenarioanalysen für die Transformation des Energiesystems hin
    zu einem klimaneutralen Deutschland aus. Ariadne, Deutschland auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045. Sze-
    narien und Pfade im Modellvergleich. Kopernikus-Projekt Ariadne, 2021; BCG, Klimapfade 2.0 (Fn.33); BMWi,
    Langfrist- und Klimaszenarien; Dena-Leitstudie, Integrierte Energiewende (Fn.16); Prognos et al., Klimaneutra-
    les Deutschland 2045 (Fn. 17)

    Mit der Fortschreibung der Nationale Wasserstoffstrategie NWS werden die Voraussetzungen zur  Entwicklung eines geeigneten Instrumentenmixes (Siehe Bild oben) geschaffen, mit dem das neu gesteckte Ziel von mindestens 10 GW heimischer Elektrolyseleistung bis 2030 zur Herstellung von grünem Wasserstoff bei gleichzeitiger Sicherstellung wettbewerbsfähiger Preise erreicht werden kann.

    Quelle: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Wasserstoff/Downloads/Fortschreibung.pdf?__blob=publicationFile&v=4

  • Buch Internationale Seewirtschaft in Bremerhaven

    von Ralf Witthohn 

    Ralf Witthohn, 1952 in Spaden geboren, dort und in Geestemünde aufgewachsen, studierte Schiffbau in Bremen und arbeitete im Archiv des Deutschen Schifffahrtsmuseums. Nach seiner Tätigkeit in Projektierung, Entwurf und Konstruktion von Schiffen auf einer Werft war er als Korrespondent für in- und ausländische Fachzeitschriften tätig und veröffentlicht seit 1976 Bücher über Schifffahrtsthemen.

    Das Werk dokumentiert die in Vielfalt und Zielstrebigkeit beeindruckende Entwicklung von Bremerhavens Schifffahrt, Schiffbau und Fischerei seit 1945 – während eines Zeitraums, in dem die Technik von Häfen und Schiffen revolutioniert wurde. Waren die Bremer Schifffahrtsinteressen überhaupt erst Gründungzweck und Existenzgrundlage der Stadt geworden, bescherte ihr die globalisierte Wirtschaft nach zunächst expansiven Jahrzehnten letztlich das Wegbrechen der wichtigsten Standbeine.

    Dieses Paradoxon eines weitgehenden Verlustes der Internationalität wird in Wort und zahlreichen, vielfach unbekannten Fotos dargestellt, etwa an den Schiffslegenden United States, France oder Queen Elizabeth 2. Das Werk schließt die als Linienbetreiber oder Neubaukunden in Bremerhaven auftretenden ausländischen Reedereien ein und beschreibt auf diese Weise die gesamte internationale Schifffahrt der vergangenen 80 Jahre in einem repräsentativen Querschnitt.

    Bestellung

    Das gesamte Werk ist für 160,- Euro erwerbbar über die folgende e-mail-Adresse:

    RalfWitthohn@t-online.de

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    Ralf Witthohn,

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    D-27619 Schiffdorf-Spaden