Einführung
Der verstaatlichte Energiehändler Sefe hat einen Vertrag mit dem saudischen Konzern ACWA Power geschlossen. In fünf Jahren sollen erstmals Hunderttausende Tonnen Wasserstoff fließen.
Zur Einordnung von Verbräuchen: Die von Thyssenkrupp Steel in Duisburg geplante Direktreduktionsanlage zur kohlenstoffärmeren Stahlherstellung dürfte dereinst 143.000 Tonnen Wasserstoff im Jahr benötigen.
Im Dezember 2023 hatten Sefe und das norwegische Unternehmen Equinor eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach Sefe zwischen 2029 und 2060 ein langfristiger Abnehmer Equinors von CO2-armem Wasserstoff werden soll. Ziel sind Lieferungen von jährlich fünf Terawattstunden am Anfang, die erhöht werden und zwischen 2050 und 2060 bei bis zu 40 Terawattstunden im Jahr liegen sollen.
Quelle Handelsblatt

Deutschland sichert sich große H2-Importmengen aus Saudi-Arabien
04.02.25
Der staatliche Energiehändler SEFE und der saudische Konzern ACWA Power haben die Lieferung von jährlich 200.000 Tonnen grünem Wasserstoff ab 2030 vereinbart. Die Menge entspricht 7–15% des erwarteten deutschen Importbedarfs. Marco Arcelli, CEO von ACWA Power, bezeichnete die am Montag (3. Februar) unterzeichnete Absichtserklärung als „wichtigen Meilenstein für die Beschleunigung der grünen Wasserstoffwirtschaft in Europa“.
Bundeskabinett beschließt Importstrategie für Wasserstoff und Wasserstoffderivate
Die Bundesregierung geht von einem nationalen Bedarf an Wasserstoff und dessen Derivaten in Höhe von 95 bis 130 TWh in 2030 aus. Dabei müssen voraussichtlich rund 50 bis 70 % (45 bis 90 TWh) aus dem Ausland importiert werden. Es ist davon auszugehen, dass der Importanteil nach 2030 weiter steigt.
24.07.2024 – Pressemitteilung – Energiewende

Weltweit größte kommerzielle Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff
NEOM Green Hydrogen Company (NGHC) ist dabei, in Saudi Arabien die weltweit größte kommerzielle Anlage zur Produktion von Wasserstoff und Ammoniak zu errichten die vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben wird. Sie wird nach Plänen der Firma Air Products gebaut, nach Fertigstellung um 2026 von NGHC betrieben und das Ammoniak wird von Air Products weltweit vermarktet.
Neom, für deren Entwicklung und Umsetzung 500 Milliarden US-Dollar aufgebracht werden, befindet sich zu 100 % im Besitz des Staatsfonds PIF. Es ist ein von der Regierung Saudi Arabiens projektierte im Bau befindliches riesiges Siedlungsprojekt auf einer Fläche von 26.500 km². Es befindet sich im Nordwesten des Landes unweit des Golfs von Akaba an der Küste des Roten Meeres. Es gilt als ein wesentlicher Teil des Projekts Saudi Vision 2030 und beinhaltet den schwimmenden Industriebereich „Oxagon“ mit Wasserstoffkomplex am Roten Meer verbunden mit dem Seehafen Port of Neom.
Während das Energieministerium für 30 % des Energieausbaus verantwortlich ist, übernimmt der Public Investment Fund (PIF) 70 % der Projekte zur Entwicklung erneuerbarer Energien. Der PIF mit seinem Hauptsitz in Riad hat ein geschätztes Gesamtvermögen von 925 Milliarden US-Dollar (2024). Der aktuelle Vorsitzende ist der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (s. a. folgendes Bild, Quelle)

Am 29. März 2022 erfolgte die Grundsteinlegung dieses Wasserstoff-Projektes mit Ammoniak-Synthese, für deren Bau 5 Milliarden US-Dollar veranschlagt waren. Die Kosten sind bis 2024 um 70 Prozent gestiegen, hat der Mitentwickler des Projekts, Air Products, mitgeteilt. Damit betragen die vorausichtlichen Kosten jetzt 8,5 Milliarden US-Dollar.
Zur Produktion des Wasserstoffs aus grünem Strom der Solarfarm und des Wind Gardens (s. folgendes Bild) liefert die ThyssenKrupp-Tochter Nucera die Elektrolyse-Anlagen, den Auftrag erteilte NGHC im August 2021. Der dänische Chemieanlagenbauer Haldor Topsoe wurde im Dezember 2022 mit der Lieferung der Anlagen zur Ammoniak-Synthese beauftragt.