Seit einigen Jahren gibt es in der Ostsee verschiedene Vorfälle, die auf Sabotage hindeuten. Beginnend mit den 2022 erfolgten Anschlägen auf die Gaspipeline Nord Stream eins und Nordstream zwei von Russland nach Deutschland mehren sich Anschläge auf Netzverbindungen zur Stromversorgung und auf Datenkabel zwischen den Ostsee Anrainern.
Anschläge auf Pipelines, Stromkabel und Datenkabel
2023 erfolgte ein Anschlag auf die Pipeline Baltic Connector und seit Oktober 2023 wurden vorwiegend Anschläge auf Datenkabel durchgeführt. Im Dezember 2024 erfolgte ein Anschlag auf das Stromkabel Estlink-2 zwischen Finnland und Estland. Von den Anschlägen auf Datenkabel waren vorwiegend die Verbindungen zwischen Finnland und Estland, Schweden und Lettland sowie Schweden und Litauen betroffen.
Der Estlink-2-Vorfall in der Ostsee 2024 geschah am 25. Dezember 2024 vor der Küste von Finnland, als die Betreiberorganisation Fingrid des Stromkabels Estlink 2, das Estland mit Finnland verbindet, den vollständigen Ausfall der Verbindung meldete. Der Tanker Eagle S überquerte zu dieser Zeit das Seekabel und wies laut MarineTraffic ein ungewöhnliches Fahrverhalten auf. Die finnische Küstenwache reagierte schnell, stoppte den Tanker noch in finnischen Küstengewässern und ging an Bord. Dort wurde das Fehlen eines Ankers festgestellt. Finnland verdächtigte den Tanker, den die NATO zur russischen Schattenflotte zählt, der „schweren Sabotage“ und beschlagnahmte das Schiff. Der Tanker wurde anschließend in die Nähe des finnischen Hafens Sköldvik verlegt, um die Ermittlungen der finnischen Behörden zu erleichtern.

Der BCS-East-West-Interlink-Zwischenfall
Der BCS-East-West-Interlink-Zwischenfall fand am 17. November 2024 in der Ostsee vor der Südküste von Schweden statt und beschreibt die vermutete Durchtrennung der Seekabel BCS-East-West Interlink und C-Lion1 durch das Frachtschiff Yi Peng 3. Dies wird im politischen Kontext als hybrider Angriff gegen die kritische Infrastruktur der NATO-Länder gewertet. Der deutsche Bundesminister der Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland Boris Pistorius spricht von Sabotage.
Am 12. Dezember 2024 meldete das deutsche Nachrichtenmagazin der Spiegel, dass Sicherheitskreise vermuten, dass der Kapitän der Yi Peng 3 die Seekabel im Auftrag Russlands durchtrennt habe.
Am 19. Dezember 2024 wurde das Schiff vom Flaggenstaat China inspiziert und die Besatzungsmitglieder wurden befragt. Auch Vertreter aus Deutschland, Schweden und Finnland waren an Bord, die allerdings nur Beobachterstatus hatten. Am 21. Dezember 2024 verließ das Schiff seinen Ankerplatz in internationalen Gewässern und setzte seine Fahrt in Richtung Suezkanal fort.
Kurzfilm: Deutsche Ermittler an Bord der „Yi Peng 3“


Der beladene Massengutfrachter war am 15. November aus dem russischen Hafen von UST-LUGA abgereist. Am 17. November zeigen MarineTraffic-Daten eine Lücke in den übertragenen AIS-Daten des Schiffes zwischen 15:11:24 UTC und 22:41:44 UTC. Das Schiff befuhr 78 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10,4 km/h. Die Gründe dafür sind noch unklar – es ist wahrscheinlich, dass der Transponder zu der Zeit inaktiv war.